Baby

Wie Sie Ihrem Baby am besten vorlesen

Der Säugling
0–3 Monate

Schon kurz nach der Geburt fängt das Baby an, Ihren Gesichtsausdruck nachzuahmen und wird es von da an immer tun. Der gegenseitige Augenkontakt mit Ihnen ist für das Baby die interessanteste Tätigkeit – es liebt es, Ihr Gesicht zu betrachten. Wenn Sie mit sanfter und melodiöser Stimme zu Ihrem Kind sprechen, antwortet es Ihnen mit Gurgeln, mit Glucksen und mit Mimik.

Die Sinne des Babys sind, mit Ausnahme der Sehkraft, gut entwickelt. Die Sehkraft entwickelt sich während dem vierten und sechsten Lebensmonat. Am besten kann das Baby Gegenstände wahrnehmen, die sich in einem Abstand von 20–30 cm befinden. Denken Sie also daran, wenn Sie Ihrem Baby ein Buch, ein Spielzeug, einen Spiegel oder Ihr eigenes Gesicht zeigen. Die meisten Babys lieben es, wenn man sie berührt. Sie können aber auch empfindlich reagieren. Das Baby wird dann seinen Kopf abwenden oder den Augenkontakt abbrechen. Zwischen dem zweiten und dem dritten Lebensmonat entdeckt das Baby seine Hände. Die Phasen, in denen das Kind aufmerksam seine Umwelt wahrnimmt, werden immer länger.

Da die Sehkraft des Kindes noch nicht voll entwickelt ist, sind Bücher, die kräftige Kontraste und Farben aufweisen, am besten geeignet. Bücher mit Gesichtern, besonders solche mit großen schwarz-weiss Fotografien, sind für das Baby sehr interessant. Während diese Bücher für Ihr Kind am interessantesten sind, sind sie möglicherweise für Sie zum Vorlesen weniger spannend. Deshalb wählen Sie am Anfang, wenn Ihr Baby zum gemeinsamen Lesen noch nichts beitragen kann, Bücher, die Sie gerne vorlesen. Das Allerwichtigste beim gemeinsamen Lesen ist der Klang Ihrer Stimme und das Lächeln auf Ihrem Gesicht.


LESETIPP

Meinem Baby scheinen die Kartonbücher mit den abgebildeten Baby-Gesichtern ganz offensichtlich zu gefallen. Es kann die Fotografien stundenlang betrachten und strampelt wild mit den Beinen, wenn ich ihm sein eigenes Gesicht im Plastikspiegel auf der Rückseite des Buches zeige.

ELISABETH, MUTTER VON LIVIA, 3 MONATE

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Das Baby

3–6 Monate

Mit drei Monaten beginnt Ihr Baby zu realisieren, dass es ein Individuum ist – ein Anzeichen dafür ist, dass es kitzlig wird. Das Kitzeln findet man nur lustig, wenn man von jemandem gekitzelt wird. Es wirkt nicht, wenn man sich selbst kitzelt. Ihr Baby kann sich für etwas begeistern und versucht, nach Gegenständen zu greifen. Die meisten Babys können sich mit den Armen vom Bauch abstützen und Kopf und Brust aufrecht halten. Das Baby wird seiner Umwelt gegenüber immer aufgeschlossener.

Es beginnt Sprachlaute nachzuahmen. Die Babygeräusche ähneln in diesem Stadium immer mehr dem Klang seiner Muttersprache. Der Augenkontakt ist wichtig, da Ihr Kind jetzt das Vertrauen zu Ihnen aufbaut. Mit vier Monaten entwickelt das Baby einen Sinn dafür, dass Gegenstände nicht verschwinden, auch wenn man sie nicht sieht. Es kann einem herunterfallenden Gegenstand mit den Augen folgen. Das Baby kann Gesichter unterscheiden, und es kann auf fremde Gesichter erschreckt reagieren.

Jetzt entwickelt sich auch sein Sinn für Humor. Zwischen dem vierten und fünften Monat wird das Baby zum ersten Mal lächeln. Es beginnt, sich aus eigener Kraft umzudrehen. Mit fünf Monaten wird das Baby sein eigenes Spiegelbild anlächeln. Es findet Wiederholungen lustig. Es kann seine Bewegungen immer besser koordinieren und ist in der Lage, einen Gegenstand in der Hand zu halten. Seine Gefühle kann es jetzt offensichtlich zeigen – sowohl gute als auch schlechte!


LESETIPP

Suchen Sie Bücher aus, die die Umgebung genau widerspiegeln. Kaufen Sie keine Bücher mit abstrakten Abbildungen. Ihr Kind kann Sie nur schwierig erkennen.

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Das sitzende Kind

6–9 Monate

Das selbstständige Sitzen ist ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung. Greifen, Drehen, Sitzen und dann Krabbeln, Ihr Baby ist auf dem Weg zur Unabhängigkeit. Die ersten Zähne kommen. Es ist natürlich, dass es alles in den Mund steckt. Das Kind kann nun Gegenstände mit den Fingerspitzen von Daumen und Zeigefinger greifen (Pinzettengriff). Das steigert sein Interesse an kleinen Gegenständen. Jetzt sollten Sie besonders vorsichtig sein und nur Bücher und Spielzeuge wählen, die sicher und robust sind und die über keine kleinen Teile verfügen, an denen Ihr Kind ersticken könnte.

Ihr sechs Monate altes Baby versteht die Worte «ja» und «nein», kurze Anweisungen und reagiert auf seinen Namen. Mit sieben Monaten ist die Augen-Hand-Koordination so ausgereift, dass es Gegenstände verschieben kann. Einige Babys sind schon in der Lage, die Seiten eines Pappbuches umzublättern. Es kann sein, dass sich das Baby vermehrt an Sie klammert, da es beginnt, Trennungsängste zu entwickeln. Es kann sich stundenlang amüsieren, indem es Gegenstände auf den Boden wirft – und in Erwartung des kommenden Aufpralls kann es sogar zusammenzucken, bevor diese auf dem Boden landen. Es kann schwierig sein, die Geduld zu bewahren, aber das Baby lernt die Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung. Mit acht Monaten beginnt es, zielorientiert zu handeln und weiss, wie es gewisse Dinge erreichen kann.

Es liebt Wiederholungen, weil es das Ergebnis vorhersehen kann. Ihr acht Monate altes Baby versucht nun weniger, Ihre Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, sondern eher darauf, was es am meisten interessiert. Das gemeinsame Lesen ist jetzt besonders schön, weil Sie sich beide auf die gleiche Sache konzentrieren.


LESETIPP

Wenn das Kind Sie beim Vorlesen unterbricht oder Ihnen das Buch aus der Hand nimmt, erzählen Sie ruhig weiter. Mit der Zeit kennen Sie den Text auswendig. Sie gewinnen dadurch die Aufmerksamkeit Ihres Babys zurück.

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Das krabbelnde Kind

9–12 Monate

Ihr Baby wird nun täglich beweglicher. Die meisten Babys krabbeln nun und einige ziehen sich an Möbelstücken zum Stehen hoch. Zwischen dem neunten und achtzehnten Monat macht Ihr Kind die ersten Schritte. Auch aktive Kinder müssen sich ausruhen, und das gemeinsame Lesen eignet sich dafür hervorragend. Wenn Sie tagsüber keine Möglichkeit zum Vorlesen haben, werden Ihnen die eingeführten Lese-Rituale beim Schlafengehen die Gelegenheit dazu bieten. Hat Ihr Kind entdeckt, dass das Vorlesen der Gutenacht-Geschichte das Schlafengehen herauszögert, könnten Sie ihm stundenlang vorlesen.

Mit neun Monaten versteht Ihr Kind einfache Anweisungen, zum Beispiel «Hol den Ball!». Es sitzt am Boden, schaut sich alleine Bücher an und zeigt auf Abbildungen. Jetzt sind auch die feinmotorischen Fähigkeiten so ausgereift, dass es die Seiten alleine umblättern kann. Ihr Kind kann sich nun immer länger auf gewisse Dinge konzentrieren. Etwas vom Schönsten ist es zu beobachten, wie ein Kind Sinn für Humor entwickelt. Das Baby versucht, lustig zu sein und Sie zum Lachen zu bringen. Sobald sich das Kind fortbewegen kann, wird es Ihnen vielleicht Bücher zum Vorlesen bringen.

Mit ungefähr zehn Monaten wird Ihr Baby die Worte aussprechen, auf die Sie schon so lange gewartet haben: Mama und Papa. Mit elf Monaten fängt das Baby an, seine Liebe und Zuneigung mit Küsschen und Umarmungen gegenüber seinen Nächsten zu zeigen. Es kann jetzt winken und auf einzelne Körperteile zeigen. Mit zwölf Monaten wird das Baby zunehmend unabhängiger, was es zeitweise eigensinnig und unkooperativ erscheinen lässt. Mit zunehmender Verbesserung der Sprachfähigkeiten wird aus dem Baby mehr und mehr ein Kind. Es lernt täglich neue Wörter hinzu und versteht das meiste, das gesprochen wird.

LESETIPP

Ich habe aufgehört, meinem Sohn eine Gutenacht-Geschichte vorzulesen, weil es ihm schwerfiel, ruhig zu sitzen. Schon am zweiten Abend hat mein Sohn aber auf die Geschichte beharrt, indem er mir Buch um Buch brachte – und beim Vorlesen sogar ruhig sass (fast ruhig…).

STEFAN, VATER VON ANDREAS, 12 MONATE

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